Betriebsbewilligungen & Fleischkontrolle

Tiere dürfen generell nur in vom Veterinäramt bewilligten Schlachtanlagen geschlachtet werden. Dies gilt auch im Fall von Schlachtungen zur Selbstvermarktung. Ausnahmen bestehen für Wild, Fische und gelegentliche Schlachtungen von Hausgeflügel, Hauskaninchen oder Laufvögeln (d. h. weniger als 10 Tiere pro Woche und höchstens 1000 kg im Jahr) und die Schlachtungen zum Eigengebrauch (früher Hausschlachtung). Eigengebrauch gilt nur für den Verzehr des Fleisches in der eigenen Familie.

Die Fleischkontrolle wird von einer amtlichen Tierärztin oder einem amtlichen Tierarzt durchgeführt. Ein Teil der Kontrolle besteht aus der Schlachttieruntersuchung am lebenden Tier (Lebendviehschau) vor der Schlachtung zur Erkennung von gesundheitlichen Problemen sowie Hygiene- und Tierschutzmängeln. Unmittelbar nach der Schlachtung werden Untersuchungen am Schlachttierkörper und den Organen vorgenommen, um sicherzustellen, dass die zum menschlichen Verzehr bestimmten Schlachttierkörper und Schlachtprodukte sicher sind.

Welche Tiere immer vor der Schlachtung zu untersuchen sind und wo es Ausnahmen gibt ist der Verordnung über das Schlachten und die Fleischkontrolle (VSFK) zu entnehmen.

Im Kanton Zürich gibt es 39 Kleinschlachtanlagen und 2 Grossbetriebe. Die Fleischkontrolle ist gebührenpflichtig. Die Gebühren sind unter Ziffer 3421f in den Weisungen betreffend Gebühren des Veterinäramts vom 28. Januar 2017 aufgelistet.

Die Tierhalterin und der Tierhalter dürfen ihre Tiere nur mit den für die Lebensmittelsicherheit notwendigen Informationen zur Schlachtung bringen. Auf Folgendes ist besonders zu achten:

  • Für Klauentiere (Rindvieh, Schweine und kleine Wiederkäuer) ist ein vollständig ausgefülltes Begleitdokument mit den Angaben zur Identifikation und dem Gesundheitsstatus der Tiere vorgeschrieben.
  • Damit Pferde zur Schlachtung zugelassen werden, ist eine Gesundheitsmeldung erforderlich, aus der hervorgeht, dass das Schlachttier zur Lebensmittelgewinnung geeignet ist. Es dürfen keine als "Heimtiere" deklarierten Pferde zur Schlachtung gebracht werden.

Wild

Gehegewild ist Wild, das in der Obhut des Menschen in Gehegen gehalten wird; einschliesslich Kameliden (z. B. Lamas u. Alpakas) und Zuchtschalenwild (z. B. Damwild). Es ist nach dem Erlegen im Gehege in eine bewilligte Schlachtanlage zu transportieren, dort auszuschlachten und der amtlichen Fleischkontrolle anzumelden.

Wird Jagdwild direkt an Konsumenten oder an Einzelhandelsbetriebe zur direkten Abgabe an Konsumenten im Inland abgegeben, werden Wildtierkörper und Organe durch eine Jägerin oder einen Jäger mit spezifischer Ausbildung (fachkundige Person; Art. 21 Abs. 1 VSFK) auf Merkmale untersucht, welche darauf hindeuten, dass das Fleisch für die menschliche Gesundheit gefährlich sein könnte. Dies trifft auch im Falle von verunfalltem, noch lebend angetroffenem Jagdwild zu.

Die amtliche Fleischkontrolle ist in jedem Fall vorgeschrieben, wenn das Fleisch nicht direkt an Konsumenten oder Einzelhandelsbetriebe zur direkten Abgabe an Konsumenten abgegeben wird (Abgabe an grössere Verarbeitungsbetriebe mit überregionalem Handel, Export) und wenn Merkmale gefunden werden, welche darauf hindeuten, dass das Fleisch für die menschliche Gesundheit gefährlich sein könnte. Dabei ist der Wildtierkörper zusammen mit der Bescheinigung für die Abgabe von Jagdwild, ausgefüllt durch den Jäger/die Jägerin und/oder die fachkundige Person, einer amtlichen Fleischkontrolle in einem bewilligten Schlacht- oder Wildbearbeitungsbetrieb zu unterziehen. Wildschweine sind nach wie vor auf Trichinen zu untersuchen.