Eingriffe beim Tier

Schmerzhafte Eingriffe

Schmerzhafte Eingriffe setzen eine entsprechende Schmerzausschaltung voraus. Zu schmerzhaften Eingriffen zählen das Enthornen und das Kastrieren von Kälbern, Schaf- und Ziegenlämmern sowie von Ferkeln. Tierhalterinnen und Tierhalter, die ihre Kälber, Schaf- und Ziegenlämmer sowie ihre Ferkel selbst enthornen oder kastrieren wollen, müssen ein dreistufiges Verfahren absolvieren:

  • Stufe 1: Besuch eines Theoriekurses mit Lernkontrolle (Erwerb des Fähigkeitsausweises)
  • Stufe 2: Praktische Übung des Eingriffs zusammen mit der Bestandestierärztin bzw. dem -tierarzt an minimal fünf Tieren pro Eingriff
  • Stufe 3: Amtliche Überprüfung zur Bescheinigung des Sachkundenachweises durch das Veterinäramt

Nach Absolvieren der Stufen 1 und 2 sowie einer entsprechenden Meldung der Bestandestierärztin oder des Bestandestierarztes an das Veterinäramt, kann die Tierhalterin oder der Tierhalter den Eingriff selbst durchführen, sofern zusätzlich die tierarzneimittelrechtlichen Vorgaben (gültige Tierarzneimittelvereinbarung) erfüllt sind. Die amtliche Überprüfung erfolgt innerhalb von zwei Jahren und umfasst die Überprüfung des Eingriffs am Tier sowie die Kontrolle der entsprechenden Dokumente. Sie ist kostenpflichtig.

Huf- und Klauenpfleger

Das Veterinäramt erteilt die Bewilligung für die gewerbsmässige Klauenpflege bei Rindern und die Hufpflege bei Pferden. Wer die notwendige theoretische und praktische Ausbildung erfolgreich absolviert hat und belegen kann, kann diese Bewilligungen beantragen.
Eine Bewilligung für Huf- und Klauenpfleger ist auf zehn Jahre befristet.

Bitte beachten Sie, dass die selbständige Anwendung von Arzneimitteln der Abgabekategorien C und D kantonal geregelt ist. Im Kanton Zürich ist es Huf- und Klauenpflegern erlaubt, Arzneimittel der Abgabekategorien C und D selbständig anzuwenden. Der Bezug dieser Arzneimittel hat über einen zur Abgabe berechtigten Detailhandelsbetrieb (Apotheke, Drogerie) zu erfolgen.

Hilfsmittel und Geräte im Umgang mit Hunden

Hilfsmittel dürfen einem Hund weder Verletzungen noch erhebliche Schmerzen zufügen. Auch darf ein Hund nicht stark gereizt oder in Angst versetzt werden. Verboten ist der Einsatz von Geräten, die elektrisieren, für den Hund sehr unangenehme akustische Signale aussenden oder mit chemischen Stoffen wirken.

In Ausnahmefällen kann das Veterinäramt auf schriftliches Gesuch hin die Bewilligung für die Verwendung von Geräten zu therapeutischen Zwecken im Umgang mit Hunden erteilen. Um eine solche Bewilligung zu erlangen, muss eine theoretische und praktische Ausbildung zum Umgang mit diesen Hilfsmitteln und Geräten mit bestandener Prüfung abgeschlossen sein.

Wer bewilligungspflichtige Geräte einsetzt, muss jeden Einsatz dokumentieren und dem Veterinäramt auf Ende Jahr eine Zusammenstellung einreichen. Anzugeben sind:
a. Datum jedes Einsatzes;
b. Grund des Einsatzes;
c. Auftraggeberin oder Auftraggeber;
d. Signalement und Kennzeichnung des Hundes;
e. Ergebnis des Geräteeinsatzes.