Handel mit Tieren: Zoofachhandel, Börsen

Unter Handel wird der An- und Verkauf sowie der Tausch und die Vermittlung lebender Wirbeltiere verstanden mit der Absicht, für sich oder Dritte ein Einkommen oder einen Gewinn zu erzielen. Dabei ist es irrelevant, ob für den Handel ein Ladenlokal existiert oder nicht und ob der Handel dauerhaft oder nur temporär betrieben wird.
Um Handel mit Tieren betreiben zu dürfen, ist eine Reihe von Anforderungen zu erfüllen, die auch für Importeurinnen und Importeure von lebenden Tieren gelten:

  • Die Tiere müssen in tiergerechten Gehegen untergebracht werden.
  • Die Tiere müssen von qualifiziertem Personal betreut werden. 
  • Es ist eine nachvollziehbare Tierbestandeskontrolle zu führen.

Zudem muss die Käuferschaft schriftlich über die Bedürfnisse, die angemessene Betreuung und die tiergerechte Haltung der betroffenen Tierart sowie über die rechtlichen Grundlagen informiert werden. Tiere, für deren Haltung eine Bewilligung notwendig ist, dürfen nur an Personen abgegeben werden, die eine entsprechende Bewilligung vorweisen können.

Deklarationspflicht für Heimtiergehege

Wer gewerbsmässig Gehege für Heim- oder Wildtiere verkauft, muss dabei verschiedene Informationen schriftlich abgeben:

  • die Innenabmessungen der Gehege
  • die Tierarten, die im Gehege gehalten werden dürfen
  • die maximale Anzahl Tiere, die im Gehege gehalten werden dürfen

Dieses Vorgehen verhindert, dass zu kleine Käfige verkauft werden. Selbst beim Versandhandel wird so sichergestellt, dass Tierhaltende erkennen können, ob ein Gehege für ihre Haltung gesetzeskonform ist.

Bewilligung

Das gewerbsmässige Handeln – auch der Internethandel – mit Tieren ist bewilligungspflichtig. Das gilt sowohl für den Handel mit selbst gezüchteten als auch mit erworbenen Tieren. Ausstellungen, an denen mit Tieren gehandelt wird, sowie Kleintiermärkte und Tierbörsen unterstehen ebenfalls der Bewilligungspflicht für den gewerbsmässigen Handel mit Tieren.

Handelsbewilligungen werden durch das zuständige kantonale Veterinäramt ausgestellt, wenn die Voraussetzungen an die Haltung, die Ausbildung der Tierhaltenden und den Betrieb erfüllt sind. Im Rahmen der Bewilligung für den gewerbsmässigen Handel mit Tieren werden diese Punkte regelmässig durch die kantonale Tierschutzbehörde kontrolliert.

Die Bearbeitungsfrist für Bewilligungen beträgt je nach Grösse und Komplexität des beantragten Handels für erstmalige Bewilligungen 4-10 Wochen und für Bewilligungserneuerungen 4-8 Wochen. Falls Unterlagen bei der Gesuchseinreichung fehlen, wesentliche Aspekte unklar und Rückfragen notwendig sind oder Voraussetzungen zuerst noch von der gesuchstellenden Person zu erarbeiten sind, kann sich die Frist bis zum Entscheid verlängern.

Illegaler Hundehandel

Der Verkauf von illegal importierten Hunden in der Schweiz ist ein grosses Problem und birgt Gefahren. Einerseits können so auch für den Menschen gefährliche Krankheiten wie die Tollwut eingeschleppt werden. Anderseits stammen viele Tiere aus unseriösen Zuchten, die sich nicht um Tierschutzbestimmungen kümmern. Solche Hunde sind vielfach bereits bei der Übernahme krank, häufig sind sie zudem schlecht sozialisiert und zeigen Verhaltensstörungen.
Um diesem Problem entgegenzuwirken, dürfen beim Hundehandel keine anonymen Inserate mehr aufgegeben werden. Wer Hunde öffentlich anbietet, muss seinen vollständigen Namen mit Adresse sowie das Herkunfts- und das Zuchtland des Hundes angeben. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Angebot im Internet oder in einer Zeitschrift veröffentlicht wird.
Auch Sie können etwas gegen die teils unhaltbaren Zustände in ausländischen Zuchtbetrieben tun, indem Sie keine Tiere aus unbekannten Quellen beziehen.