Vorsorge und Überwachung

Rind /Stethoskop © GST-SVS

Um Tierseuchen bei Bedarf effektiv bekämpfen zu können, ist es essentiell, über die Tierbestände informiert zu sein. Deshalb sind bestimmte Tierhaltungen (auch Hobby-Tierhaltungen) beim Veterinäramt zu registrieren. Anzumelden sind Klauentiere (Rindvieh, Schweine, Schafe, Ziegen, Lamas, Alpakas und Hirsche), Pferde, Bienenstände, Fisch- und Geflügelhaltungen.

Auch Tierhaltende selber können viel unternehmen, um ihre Bestände gesund zu halten. Wie das geht, ist unter Biosicherheit zu erfahren.

Wenn Tiere aus verschiedenen Haltungen zusammenkommen (Viehmärkte, Ausstellungen, Viehhandel), besteht stets die Gefahr, dass Tierseuchen verschleppt werden. Deshalb sind diese Anlässe und Tätigkeiten bewilligungspflichtig. Weitere Veranstaltungen sind meldepflichtig. Auch Wanderschafherden sind bewilligungspflichtig.
Die Sömmerung ist in jährlich aktualisierten Sömmerungsvorschriften geregelt.

Die künstliche Besamung stellt eine weitere Möglichkeit dar, Tierseuchen zu verbreiten. Besamungstechnikerinnen und -techniker benötigen deshalb eine spezielle Ausbildung sowie eine Bewilligung. Gleiches gilt für Tierhaltende, die ihre eigenen Tiere künstliche besamen wollen.

Überwachung und aktuelle Seuchenlage

Neben der aktiven Seuchenbekämpfung finden jährliche Überwachungsuntersuchungen statt. Nach Vorgaben des Bundes werden stichprobenweise Tiere auf gewisse Seuchenerreger untersucht (z. B. IBR bei Rindern oder Brucellose bei Schafen). Damit wird die Seuchenfreiheit des Schweizer Viehbestandes hinsichtlich definierter Seuchen auch gegenüber dem Ausland nachgewiesen und dokumentiert. Die Schweiz hat ein vergleichsweise hohes Gesundheitsniveau in Bezug auf viele ansteckende Tierseuchen. Aber auch hierzulande kommen einige Infektionskrankheiten der Tiere immer wieder vor. Die Datenbank «Informationssystem Seuchenmeldungen» des BLV enthält Angaben zu sämtlichen Ausbrüchen meldepflichtiger Tierseuchen in der Schweiz seit 1991.